Gestern, 08:22
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 09:51 von Kavaliersdelikt.)
(30.07.2026, 13:25)Grossinquisitor schrieb: Ja, völlig unpopuläre Meinung - ich weiß!Wenn Sie seit 1996 Richter am Arbeitsgericht sind, denke ich mal sind Sie mit Besoldungsgruppe R1
Wenn ich das von meiner (zugegeben komfortablen) Warte aus betrachte, kann ich persönlich der Steuererhöhung auf Zigarren (und wegen mir Champagner, Kaviar, Whisk(e)y etc) nicht ernsthaft widersprechen. Die Dinger sind ein Luxusprodukt und nicht ganz so unschädlich, wie oft dargestellt. Also - warum soll man diese Sparte nicht stärker besteuern (ja, natürlich sehr verkürzt und oberflächlich dargestellt). Dann kosten die Zigarren mehr und ich habe die freie Wahl mehr zu bezahlen oder mich einzuschränken.
Zum Problem wird das erst, wenn Menschen von Herstellung und Vertrieb leben müssen. Möchte ich Tabakwarenhändler in der aktuellen Situation sein? Natürlich nicht, da zum Einen die aufgerufenen Preise (auch ohne die Steuerproblematik) und auf der anderen Seite die Verknappung der Produkte den Geschäftsbetrieb erheblich torpediert. Aber einmal realistisch: brechen die Einnahmen durch einen höheren Steuersatz denn mehr ein, als durch die teilweise absurden Preiserhöhungen in den letzten Jahren? Kann ich mir eigentlich nicht so recht vorstellen. Und ja, ich habe jeden Respekt vor Menschen, die in der Branche arbeiten und verstehe völlig, dass jeder Balken, der einem vor die Füße geworfen wird einer zu viel sein kann. Aber eigentlich haben wir es nur einem gut funktionierenden Lobbysystem und unserer relativen "Außenseiterstelllung" zu verdanken, dass nicht laufend an der Steuerschraube gedreht wurde. Ihr merkt, ich sehe den falschen Akteur an den Pranger gestellt.
Gehen wir einmal davon aus, dass eine höhere Besteuerung kommt, wäre der Vertrieb (damit meine ich nicht den Dealer vor Ort, sondern den Importeur/Großhändler/Hersteller) gefragt, wie man das Produkt attraktiv halten kann. Da mag auch die Preisgestaltung und die Produktlinie einmal überdacht werden. Passiert das nicht, sind Leidtragende die Vor-Ort und Onlinehändler und die nicht so begüterten Raucher. Die trifft jede Preiserhöhung in voller Härte. Die anderen Nutzer ärgern sich und konsumieren vermutlich weniger.
mit knapp 8000 Euro als Beamter sicherlich gut dabei.
Dass man sich dann um ein paar Cent mehr pro Stumpen keinen Kopf machen muss, sondern als Diener des Staates diesen in Schutz nimmt und es gutheisst, ist klar.
Sie wissen doch sicherlich, dass das deutsche Steuersystem das mit den höchsten Abgaben ist und dazu noch das Komplizierteste der Welt ist.


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